Farben und Formen sprechen eine Sprache, die wir unbewusst verstehen.
( Zitat: Mika Gustavson)
Häuser unserer Welt
Häuser erzählen eine Geschichte
Als mein Enkel meine Keramikhäuser entdeckt, fängt er gleich in seiner kindlichen Phantasie an, mir kleine Geschichte über die einzelnen Häuser zu erzählen. Aber ist es nicht wirklich so? Erzählen uns die Häuser, denen wir unsere Aufmerksamkeit schenken nicht wirklich etwas? Unsere Gedankenwelt versinkt zumindest in diesem Augenblick in eine Art von Traum. Ein Traum, der sich durchaus am helllichten Tage abspielt und uns einen Moment, egal wie lange dieser ist, aus der Realität entführt. Plötzlich hören wir keine Geräusche. Niemanden der uns irgendeine Belanglosigkeit mitteilt. Keine Hektik. Keine Kälte. Keine Hitze, nur dieser Anblick hält uns gefangen.
Diese momentane kleine Gedankenblase oder Traumbubbel.
Mein Enkel erklärt mir ganz unumstößlich, dass das erste eine Schule ist, in die er bald kommt. Das zweite. Keramikhaus wird mit fester Stimme zum Kindergarten erklärt.
Das folgende Werkstück, dass wir Beide betrachten wird das Wohnhaus, indem er mit seiner Familie wohnt.
Der kleine Riss am Balkon stört uns nicht weiter. Plötzlich fragt er mich weshalb der kleine Riss denn jetzt auch noch mit Gold umwallt ist. Ja warum wohl? Was habe ich mir denn dabei gedacht? Ich versuche Ihm zu erklären, dass dieses Haus aufgrund seines Alters einen Riss bekommen hat. So eine Art offene Narbe. Ähnlich wie auf die Knie gefallen, bei zu schnellen laufen. Häuser und Menschen haben halt Ihre kleinen Wunden, die zu Narben werden und uns am Ende des Tages die Persönlichkeit, den Ausdruck oder Ausstrahlung geben. Narben die wir mit Würde tragen statt zu vertuschen, helfen uns meist weiter.
Im Japanischen spricht man von Kintsugi "Das vergolden einer Narbe" oder ausbessern mit Gold. Ich persönlich finde diese Idee wunderbar und wende Sie in ähnlicher Art in meinen Keramiken an.
Mein Stil ist es in einfacher Form mit goldener Engobe (einfach erklärt: eingefärbtes Tonmehl das mit Farbpartikeln versetzt wird) oder je nachdem mit Blattgold zu betonen. Die Japaner arbeiten da wesentlich aufwendiger mit Harzen und Goldstaub in der Kintsugi Technik. So entstehen sogenannte goldene Adern, die jene zerbrochenen Teile zu einem ganzen werden lassen.
Zurück zu meinen Fensterbankhäusern. Es macht mir einfach unglaublich Freude kleine Häuser zu erschaffen, die Ihren Platz auf Fensterbänken finden. Uns zum Träumen einladen. Traumbubbeln im Alltag die uns ein wenig der Realität entfliehen lassen. Ähnlich wie einem Adventsspaziergang am Abend. Auch hier ist es spannend ein wenig zu träumen, wer sich in den hübsch beleuchteten Häusern befindet oder sich auszudenken wie gemütlich dort die Menschen beisammen sind.
Ein Dorf entsteht.
Meine Interpretation der unsterblichen Lebensträume in idyllischen Landschaften umgeben von nordischen Farben.
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Ton-Sinfonie
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